St. Petri-Kirche Wandersleben

Ob es an der Stelle der heutigen Kirche Vor­gängerbauten gab, ist bauarchäologisch bis­her nicht erwiesen, doch ist von der Existenz einer Kirche im Ort seit dem 8. Jahrhundert mit Sicherheit auszugehen. Die Urkunden aus dem Turmknopf der St. Petri-Kirche geben wichtige Informationen über das Baugesche­hen der letzten 420 Jahre. Antworten auf die Frage nach den Ursprüngen dieser Kirche können nur von Seiten der Bauforschung und der Archäologie gegeben werden. Nach jetzi­gem Kenntnisstand wurde die St. Petri-Kirche um das Jahr 1100 im romanischen Baustil er­richtet.

Aus dieser Zeit sind die Mauern des Kirchen­schiffes, an denen kleine romanische Fenster an der Süd- und Nordseite nachgewiesen wurden. Bei den Renovierungsarbeiten im Jahr 1997 wurde zudem an der Nordwestsei­te der Kirche ein Türbogen aus der Romanik freigelegt. Im Übergang vom 13. zum 14. Jahr­hundert wurde die Kirche nach Osten hin er­weitert und gotische Fenster auf der Ost- und Südseite und im nordöstlichen Bereich eine gotische Tür eingebaut.

Der Kirchturm wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Bei seiner grundhaften Renovierung im Jahr 1997 wurden im oberen Bereich an allen vier Ecken des Turmes Reste von Wasserspeiern entdeckt. So dass man von einer ursprünglich vorhandenen gotischen Spitze mit Umgang ausgehen kann - ähnlich den in Erfurt erhaltenen gotischen Kirchtür­men. Im Jahr 1593 beginnen die Aufzeich­nungen über Bauarbeiten am Wanderslebener Kirchturm, der zu dieser Zeit einen achtecki­gen Aufsatz mit Schweifkuppel und Laterne erhielt: ,,Als man schrieb nach Christi unseres Erlösers Geburt 1593 ist dieser Turm gebauet worden, welchen man hat angefangen zu rich­ten den 16. Julii, und den 20. Julii ist er ganz aufgerichtet und dieser Knauf darauf geset­zet worden. Der Meister aber dieses Turm ist gewesen Hanß Wiedemann von Arnstadt, hat von diesen Turm Fünfzig FI. zu machen Lohn gehabt, dazumal ist Pfarrer gewesen Philip­pus Wagner, im 24. Jahr seines Predigtamts, Johann Burk ist Baumeister gewesen . . . Das Holz, so zu solchem Gebäude kommen, das ist uns alles geschenket worden. Mein gnädi­ger Herr Graf Philipp Ernst - der hat uns darzu aus dem Rehnberge gegeben fünfzehn Ei­chen, der ehrbare Rath zu Ohrdruf ein Mandel fünfstämmige Hölzer, die Gemeinde zu Wech­mar 1 Mandel sechsstämmige und gar schö­ne Hölzer. Philipp von Volgstädt vierstämmige und Christoph von Volgstädt vierstämmige Hölzer".

Am 1. August 1655 wurde Wandersieben von einer Brandkatastrophe heimgesucht, bei der auch der Kirchturm ausbrannte. Im Jahr 1671 erhielt der Kirchturm im oberen Bereich sein heutiges Aussehen: ,,Der Zimmermann dieses Turmes war Lorentz ... von Ilmenau, richtete ihn daselbsten zu und wurde von da hierher geführt durch die hiesigen Anspänner ... der Zimmermann bekam vor Holz, Bretter, Bolen und Arbeit 96 Gulden ... der Schiefer­decker war Meister Mattheus Kriefer von Ru­dolstadt, bekam vor seine Arbeit 24 Gulden ... , die Maurer waren Tyroler, bekamen vor den ganzen Turm zu berappen, zu machen und das oberste Stockwerk zu mauern 26 Gulden, die neue Saiger Glocke hat gewogen 2 1 /2 Centner, kostete 65 Gulden und ward gegossen zu Erfurt". Im laufe der Jahrhun­derte mussten immer wieder Reparaturen am Kirchturm, am Kirchenschiff und im Innern der Kirche vorgenommen werden. Von den Er­haltungsarbeiten im Jahr 17 45 zeugt eine In­schrift in der Kirche: ,,Anno 17 45 ist der Turm und Kirche außen herum reparieret und berap­pet worden".

Immer wieder finden sich Hinweise, dass die Einwohner von Wandersieben zur Erhal­tung ihres Gotteshauses großzügig beigetra­gen haben. So wurden im 18. und 19. Jahr­hundert Abendmahlskelche, edle Tücher für Altar, Taufstein und Lesepult, eine Totenkrone für ledige Verstorbene, Gesangbücher, eine Bibel, eine Liedertafel, ein Glockenspiel für die Orgel, neue Bezüge für die Pauken der Kirche und zahlreiche Geldspenden zur Erhaltung der Kirche verzeichnet. So auch bei der Repa­ratur der Kirche im Jahr 1790: ,,Mit Ruhm ist auch in unvergesslichen Andenken zu erhal­ten, dass die ganze ehrbare Gemeinde allhier ... bey der vorgenommenen nötigen Kirchen­Reparatur 50 RTh. zum Mansarden-Dache, 60 RTh. zum Kirchen-Himmel von Gips und noch verschiedenes ansehnliches zu mehrer Zierde des Kirchenbaues ... verwilliget, auch die neue Gips-Canzel vor 80 RTH. ganz aus ihren Mitteln erbauet. Auch hat der gegen­wärtige herrschaftliche Pachter Hr. Krumbholz die vergoldete Zierde der Sonnenstrahlen am Kirchenhimmel vor 18 RTh. ganz allein von seinem Vermögen besorgen lassen. Endlich so hat auch der nachbarliche lnwohner und Böttner allhier Meister Hunold 4 Meißnische Gulden 7 Groschen der Kirche verehret. Vor alle diese wohltätige Gesinnungen Dank".

Weitere Reparaturen am Kirchturm erfolgten in den Jahren 1821, 1839, 187 4/75, 1895, 1929, 1931, 1955 und 1970. Das Dach des Kirchen­schiffes wurde 1970 mit Betonziegeln gedeckt und die bis dahin vorhandenen 10 Gauben im Dachgeschoss beseitigt.

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